Den Wirkstoff Acetylcystein findet man in vielen schleimlösenden Medikamenten wie zum Beispiel ACC akut Link oder auch NAC Ratiopharm akut 600. Doch wie wirken diese Medikament eigentlich? Warum sollten sie bei schleimigem Husten eingenommen werden und nicht bei trockenem Husten?
Acetylcystein wird abgekürzt auch ACC oder NAC genannt und ist ein Arzneistoff, der dabei hilft den festsitzenden Schleim abhusten zu können. Der Schleim, der bei den meisten Erkältungskrankheiten entsteht, wird in den Bronchien gebildet und besteht aus kleinsten Fasern, den so genannten Mucopolysaccharidfasern (Mucus = der Schleim). Die einzelnen Fasern halten sich durch eine Vielzahl von Brücken (Disulfid-Brücken) zusammen. Durch diese Brücken entsteht ein dichtes Netzwerk, welches den Schleim so zäh macht. Acetylcystein ist in der Lage dieses Netzwerk zu durchbrechen und somit den Schleim zu verflüssigen. Dann heißt es nur noch husten, husten und noch einmal husten, damit alle Mikroorganismen im Schleim ausgehustet werden.
Neben dem wirkt Acetylcystein durch die SH-Gruppen entgiftend, in dem die freien Radikale abgefangen werden. Apropro Entgiftung: Acetylcystein ist die Vorstufe des Gluthions, der Teil des körpereigenen Entgiftungssystems ist. Somit werden ebenfalls in dieser Form freie Radikale abgefangen.
Bei akuten Paracetamol-Überdosierungen kann Acetylcystein als Antidot (Gegengift) genutzt werden. Bei diesen Vergiftungen kann es zu schweren Leberschäden kommen, die durch die Gabe des Wirkstoffs verhindert oder abgeschwächt werden können. Im Fall der Fälle wird ACC für ca. 20 Stunden intravenös oder für 72 Stunden oral verabreicht. Beide Darreichungsformen sind gleich wirksam, jedoch treten bei der oralen Verabreichung häufig Übelkeit und Erbrechen auf, weswegen die orale Vergabe bevorzugt wird. Am effektivsten ist die Wirkung, wenn die Behandlung spätestens 8 Stunden nach der überdosierten Paracetamol-Einnahme beginnt.