Zum Ende des Jahres gibt es kein Entkommen mehr. Die Grippewelle rollt langsam aber sicher über Deutschland und wenn man sich nicht früh genug hat impfen lassen: Ja, genau dann erwischt es einen erst recht. Fieber, Schnupfen, Husten und all die Symptome die zu einer ordentlichen Influenza-Erkrankung gehören.
Bei dem Medikament Amantadin stellt sich nun die Frage wann gehandelt wird bzw. wann die Krankheit diagnostiziert wird. Je früher, desto besser!
Denn zur Effektivität des Wirkstoffs kann gesagt werden, dass Amantadin eine 80%ige Effektivität gegen die Influenza-A-Viren aufweist, sofern das Medikament innerhalb der ersten 24 bis 48 Stunden nach Ausbruch der Krankheit eingenommen wird. Deswegen ist es umso wichtiger sich und seinen Körper bei einem Unwohlsein genau zu beobachten und bei Eintreten der Grippe-Symptome unverzüglich einen Arzt zu suchen. Dadurch kann die Fieberdauer um einen Tag verkürzt werden.
Das Medikament Amantadin zählt zu den Uncoating-Inhibitoren (Adamantane) und wird auch als M2-Hemmer bezeichnet.
In der frühen Phase der Krankheit können alle Amantadin-Verbindungen die Viren-Vermehrung im menschlichen Körper blockieren.
Warum? Nun, diese Verbindungen binden an einen speziellen Ionenkanal des viralen M2-Proteins. Hierbei handelt es sich um ein Protonentranspotsystem und genau dort wird angegriffen: Plötzlich wird der Protonentransport in der Viruszelle gestört, d.h. der pH-Wert verändert sich und der Abbau des viralen Capsids (Kapsel) wird gehemmt. Diesen Prozess, der gehemmt wird, nennt man ebenfalls Uncoating: Der genomumgebende „Mantel“ wird nicht mehr abgestreift und die viralen Erbinformationen können nicht mehr ins Cytoplasma austreten. Ohne die virale Erbinformation können keine neuen Viren produziert werden und somit unterbindet man die Ausbreitung des Erregers im Körper.
Das Amantadin wird neben dem zu 95% vom Körper resorbiert – aufgenommen – und zu 90% renal wieder ausgeschieden. Innerhalb von 11 bis 15 Stunden sind bereits 50% des Wirkstoffs abgebaut. Das bedeutet, dass das Medikament länger wirken kann und man sich eine häufige Einnahme ersparen kann.
Amantadin hat zwar viele Vorteile, doch durch die häufig auftretenden Nebenwirkungen wie Durchfall, Depression und epiletptische Anfälle, gilt der Arzneistoff nicht mehr als Hilfsmittel erster Wahl.