Allgemein
Ibuprofen ist ein Medikament, das zur Behandlung von Entzündungen, Schmerzen und Fieber eingesetzt werden kann. In niedrigen Dosen (200-400 mg bei Erwachsenen) wirkt es schmerzlindernd und fiebersenkend und in Dosen bis zu 800 mg für Erwachsene wirkt es entzündungshemmend. Ibuprofen gehört in die Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika und wird schon seit sehr vielen Jahren verwendet.
Über die Wirkung des Medikaments Ibuprofen ist man sich einig: Ibuprofen hemmt nichtselektiv die Cyclooxygenasen I und II. Diese Enzyme bilden normalerweise Prostaglandine, die entzündungsvermittelnd wirken. Wenn dieser Prozess nun gehemmt wird, erfolgt keine Reizweiterleitung und somit kann der Wirkstoff schmerzlindernd, entzündungshemmend und fiebersenkend wirken.
Anwendungsgebiete
- bei akuten und chronischen entzündlichen Gelenkerkrankungen (auch Gichtanfälle und chronische Polyarthritis)
- bei entzündlich-rheumatischen Wirbelsäulenerkrankungen wie z.B. Morbus Bechterew
- bei Reizzuständen bei funktionsmindernden verschleißbedingten Gelenkerkrankungen und Wirbelsäulenerkrankungen wie z.B. Arthrose und Spondylarthrose
- bei entzündlichen weichteilrheumatischen Erkrankungen
- bei schmerzhaften Schwellungen und Entzündungen nach Verletzungen
Dosierung
Jugendliche ab dem 18. Lebensjahr und Erwachsene nehmen 3x täglich 800 mg Ibuprofen. Die maximale Einzeldosis sollte 800 mg Ibuprofen nicht überschreiten.
Bei leichten bis mäßigen Schmerzen genügt in den meisten Fällen eine Dosis von 200 mg bis 400 mg Ibuprofen.
Bei rheumatischen Erkrankungen nehmen Jugendliche ab 15 Jahren und Erwachsene als Einzeldosis 400 mg bis 800 mg Ibuprofen. Eine Tagesdosis Ibuprofen entspricht somit 1200 mg bis 2400 mg, verteilt auf 2-4 Einzeldosen.
Die Tageshöchstdosis beträgt 2400 mg Ibuprofen.
Das Medikament sollte unzerkaut mit viel Flüssigkeit (möglichst stilles Wasser) zu den Mahlzeiten eingenommen werden. Die Einnahme auf nüchternem Magen ist nicht zu empfehlen.
Der Arzt bestimmt die Anwendungsdauer.
Gegenanzeigen
Wann sollte Ibuprofen AL 600 nicht verwendet werden?
- bei Überempfindlichkeiten gegenüber dem Wirkstoff
- wenn nach der Einnahme von ähnlich wirkenden Wirkstoffen (wie z.B. ACC oder anderen nichtsteroidalen Antirheumatika) Athma-Anfälle, Atemwegsverengungen, akuter Schnupfen oder rote und juckende Hautausschläge aufgetreten sind
Innerlich sollte Ibuprofen nicht gegeben werden:
- bei noch nicht geklärten Blutbildungsstörungen
- bei bestehenden oder in der Vergangenheit wiederholt aufgetretenen Magen- und Darmgeschwüren bzw. Blutungen und Durchbrüchen, besonders nach Behandlung mit nichtsteroidalen Antirheumatika
- bei Blutungen im Gehirn oder an anderen Körperstellen
- bei schweren Leber- oder Nierenfunktionsstörungen
- bei schwerer Herzinsuffizienz
Ausschließlich nach einer sorgfältigen ärztlichen Nutzen-Risiko-Bewertung sollte Ibuprofen eingesetzt werden:
- bei zeitgleicher Behandlung mit anderen nichtsteroidalen Antirheumatika (ebenfalls COX2-Hemmer)
- bei älteren Patienten
- bei entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
- bei Bluthochdruck und leichter bis mittelschwerer Herzmuskelschwäche
- bei akuten Stoffwechselstörungen (z.B. hepatischer Porphyrie)
- bei Patienten mit bestimmten Immunerkrankungen
- bei Einschränkungen der Leber- oder Nierenfunktion
- direkt nach einer größeren Operation
Personen, die an Nasenpolypen, Heuschnupfen und chronisch krankhaften Atemwegsverengungen leiden oder im Allgemeinen einen Hang zu Allergien haben, sollten den Wirkstoff innerlich und äußerlich nur unter bestimmten Vorsichtsmaßnahmen und ärztlicher Kontrolle anwenden.
Was sollte bei Schwangerschaft und Stillzeit beachtet werden?
Der Wirkstoff Ibuprofen kann dem ungeborenen Kind schaden, besonders bei Einnahme ab dem 6. Monat. Für die Monate davor ist das Risiko einer Fehlbildung gering, jedoch sollten Schwangere ausschließlich nach einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Abwägung Ibuprofen einnehmen. Vor der Geburt wird Ibuprofen ebenfalls zum Unterdrücken der Wehen und damit Verzögern der Geburt verabreicht.
Da Ibuprofen – einschließlich seiner Abbauprodukte – in die Muttermilch übergeht, sollte eine Dauertherapie während des Stillens nicht durchgeführt werden.
Was sollte bei Kindern berücksichtigt werden?
Für Kinder unter 6 Monaten ist Ibuprofen nicht geeignet. Bei älteren Kindern sollte die Dosis beachtet werden!
Nebenwirkungen
Jeder Mensch reagiert anders auf ein bestimmtes Präparat und genau deswegen gibt es unerwünschte Nebenwirkungen, die bei dem Einen auftreten und bei dem Anderen wiederum nicht. Im Folgenden werden die wichtigsten Nebenwirkungen aufgeführt, wobei beachtet werden muss, dass die Darreichungsform dabei eine wichtige Rolle spielt. Im Folgenden wird ausschließlich auf die Nebenwirkungen bei der oralen Einnahme des Wirkstoffs eingegangen.
Sehr häufige Nebenwirkungen
- Magen-Darm-Beschwerden wie z.B. Sodbrennen, Durchfall, Bauchschmerzen, Erbrechen, Verstopfungen, Blutungen im Magen-Darm-Trakt, Blähungen
Häufige Nebenwirkungen
- Magen-Darm-Geschwüre (u.U. mit Blutungen, Durchbruch), entzündliche Mundgeschwüre
- Colitis ulcreosa-, Morbus Crohn-Verstärkung
- Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Schwindel, Müdigkeit, Reizbarkeit, Erregung
Gelegentliche Nebenwirkungen
- Asthma-Anfälle
- Sehstörungen
- Magenschleimhautentzündungen
- Wassereinlagerung im Gewebe (insbesondere bei Personen mit Bluthochdruck oder Nierenfunktionsstörungen)
- Nierenfuntkionsstörungen
- Hautausschläge, -jucken
Seltene Nebenwirkungen
Herzmuskelschwäche, -infarkt, -klopfen, Wassereinlageurngen in das Gewebe, Blutbildungsstörungen, Speiseröhren- und/oder Bauchspeicheldrüsenentzündung, Ohrensausen, Darmverengungen, Blut-Harnsäure-Konzentrationserhöhung, Nierengewebsschädigungen, schwere Hautreaktionen, Haarausfall, Infektions-Verschlechterung, Gehirnhautentzündung, Bluthochdruck, schwere allgemeine Überempfindlichkeitsreaktionen, Leberfunktionsstörungen, Leberschäden, Leberversagen, Psychosen, Leberentzündung
Wechselwirkungen
Im Folgenden sollte erneut darauf geachtet werden, dass die Wechselwirkungen von der Darreichungsform abhängen und es deswegen zu unterschiedlich starken Wechselwirkungen kommen kann.
Bei gleichzeitiger Einnahme von Ibuprofen mit den folgenden Wirkstoffen, wird deren Wirkung verändert:
- Digoxin, Lithium, Methotrexat oder Phenytoin. Es kann zu Vergiftungen kommen.
- Medikamente gegen Diabetes wie z.B. orale Antidiabetika und Sulfonylharnstoffe. Die blutzuckerspiegelsenkende Wirkung wird verstärkt. Somit sollte eine häufigere ärztliche Kontrolle der Blutzuckerwerte erfolgen. Möglicherweise muss die Dosis der Antidiabetika angepasst werden.
- Bei Immunologika (Ciclosporin, Tacrolimus) wird die nierenschädigende Nebenwirkung verstärkt.
- Medikamente gegen Bluthochdruck, Entwässerungsmittel und Sulfinpyrazon werden in ihrer Wirkung abgeschwächt.
- Bei kaliumsparenden Entwässerungsmitteln kann es zu einer überhöhten Blut-Kaliumkonzentration kommen.
- Bei ACE-Hemmern kann es zu einer Wirkungsabschwächung kommen und gleichzeitig erhöht sich die Gefahr von Nierenschädigungen.
- HIV-Patienten mit Bluter-Krankheit erleiden häufiger Gelenksblutungen und Blutergüsse bei gleichzeitiger Einnahme von Zidovudin und Ibuprofen.
- Bei ACC kann die erwünschte Hemmung der Blutplättchen-Zusammenballung vermindert werden.
Sonstige Bestandteile
- Carboxymethylstärke-Natrium
- Hypromellose
- Macrogol 400
- Macrogol 6000
Dieser Text erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.